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Wahlversagen

wahlUm ein Haar hätte ich dieses Jahr nicht an der Bundestagswahl teilnehmen dürfen. So etwas kann einem wirklich nur hier, in dem Land mit dem unbegrenzten Bürokratismus passieren. Da ich als Neuessener gleich an der Kommunalwahl teilnehmen durfte hat mich irgendwie schon gefreut und so bin ich davon ausgegangen, dass ich auch automatisch eine Wahlbenachrichtigung zur Bundestagswahl bekomme.

Nicht so bei der Bundestagswahl. Mein momentaner Status in diesem Land ist Auslandsdeutscher (was die Frage aufwirft, habe ich jetzt Migrationshintergrund). Die Frist, weil mir nicht bekannt, zum Eintrag ins Essener Wahlverzeichnis habe ich verstreichen lassen, somit darf ich nicht wählen. So der Stand heute Morgen. Gut, dann kann ich meine Hände sowas von in Unschuld waschen wenn zum Januar durch die neue Regierung die Steuererhöhungen angekündigt werden. Allerdings bin ich der Meinung, dass eine erneute „wir haben uns alle lieb“ grosse Koalition, nicht unbedingt von Vorteil ist und das dieser unter Verfolgungswahn leidende Innenminister nicht weiter mit seinen Wahnvorstellungen Politik machen darf.

Demütig rief ich also heute beim Wahlamt in Essen an und bat um nachträgliche Aufnahme in das Wahlverzeichnis, was mir zunächst verwehrt wurde. Selbst das weiterleiten an den nächst höheren Beamten brachte keine neuen Ergebnisse, außer das ich meine Geschichte 3 mal erzählen konnten und mir der Mund langsam trocken wurde. Mann verwies mich an meine, an der ich den letzten deutschen Wohnsitz hatte, Hamburg. Nach diversen Gesprächen mit niemals zuständigen Beamten in der Hansestadt war hier ebenfalls kein Eintrag ins Wahlverzeichnis und in der kürze der Zeit auch keine Zustellung der Wahlunterlagen zu erwarten, geschweige denn die rechtzeitige Rücksendung der Briefwahlunterlagen. Und ich würde noch nicht mal in dem anonymen Herr der Nichtwähler geführt. Allerdings bekäme auch keine Partei eine Wahlkampkostenerstattung.

Es blieb mir nur das Wahlamt in Essen um doch noch ein Eintrag in dieses Verzeichnis zur Wahlberechtigung zu erlangen. Nach einem erneuten Telefonmarathon hatte der Abteilungsleiter ein Einsehen und versprach mir, mich trotz der verpassten Fristen, mich ins Wahlverzeichnis einzutragen. Die Angaben zu meinem Wahllokal würde er mir per Email (manchmal bin ich erstaunt über die Flexibilität deutsche Behörden) zusenden, sodass ich am Sonntag meine Stimmen abgeben könnte. Die elektronische Post ist mittlerweile angekommen (Bearbeitungszeit 30 Minuten, noch größeres Erstaunen) und ich sitze hier über den Wahlprogrammen, damit ich am Sonntag auch alles richtig mache.

Gut das mir wenigstens die Entscheidungen über den künftigen Ministerpräsidenten erspart bleibt.

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