googled4c9dab919003bf2.html

Nachbetrachtung

Landeswappen - Quelle Wikipedia

Die Politiker hier in NRW schütteln immer noch den Kopf über die Ergebnisse der Landtagswahl. Den großen Verlierer, den amtierenden Ministerpräsidenten, hat man seither kaum gesehen, erstaunlich wo doch jedes Mikrofon dafür genutzt wird, Botschaften an das Wahlvolk auszuposaunen. Die Zweitplazierte wird nicht müde, immer zu betonen, dass sie diese Wahl gewonnen hat, was ich nicht glauben mag, bei einem erneuten Stimmenverlust. Die Drittplazierten sind jetzt sicher, dass alles besser wird, die Vierten reagieren mit Unverständnis und überlegen jedem eine Beteiligung an einem Hotel zu verschaffen, damit auch wirklich jeder merkt, das sie nur Gutes im Schilde führen. Die Fünften schwadronieren von einem neuen Sozialismus eines längst vergangenem deutschen Staates, der antifaschistisch, demokratisch und ein Vorbild in der Achtung von Menschenrechten war. Und was mache ich? Lese im Internet die Prozentrechnung nach und kann das Ergebnis nicht nachvollziehen.

Im Jargon der Politiker hat die ehemals große und christliche Volkspartei ein Ergebnis von 34,6 % erreicht. Die Genossen von der einst stolzen deutschen Sozialdemokratie folgen mit 34,5 %. Erstere haben das schlechteste Ergebnis seit bestehen der Republik erzielt, die Anderen das Zweitschlechteste.

Hier mal der Auszug aus dem vorläufigem, amtlichen Endergebnis:

Partei

Stimmen absolut

Prozent

CDU

2.681.736 34,6

SPD

2.675.536 34,5

Grün

940.770 12,1

FDP

522.437 6,7

Linke

434.846 5,7

Soweit so gut, nun soll ja das Land Nordrhein Westfalen über Rund ein Viertel der Wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen verfügen und da scheint mir die angegebene Prozentzahl ein wenig hoch, wenn ich mir die absolute Zahl der Wahlberechtigten ansehe. 13.270.933 von ihnen waren aufgerufen, sich an die Urnen zu begeben und über Ihr Schicksal abzustimmen. Diesem Aufruf gefolgt waren aber nur 59,3 % oder 7.872.862 Wahlberechtigte. Also ist die Aussage von jedem Politiker, was die errungenen Prozente anbelangt schlichtweg falsch. Bemühe ich jetzt meinen Taschenrechner komme ich zu folgenden Ergebnissen:

Partei Stimmen absolut Prozent

CDU

2.681.736 20,21

SPD

2.675.536 20,16

Grün

940.770 7,09

FDP

522.437 3,94

Linke

434.846 3,27

Jetzt würde ich die Sitzverteilung mal etwas anders gestalten. 181 Sitze wären da an den Mann, bzw. an die Frau zu bringen, davon könnten dann 74 Sitze nicht vergeben werden, dafür haben sich keine Wähler gefunden (ich habe mal aufgerundet). Der Rest verteilt sich dann wie entsprechend auf die CDU, SPD und die Grünen. Somit kann ich Frau Kraft folgen, dass sie zusammen mit den Grünen die Wahl gewonnen hätte.

Diese Betrachtungsweise beinhaltet auch eine enorme Entlastung der ohnehin immer klammen Finanzlage des Bundeslandes. Man denke nur an die Diäten, die steuerfreien Zuschüsse und die überproportionale Altersversorgung der Abgeordneten, das alles ergibt ein enormes Einsparungspotential. Bezogen auf alle Bundesländer und Landtage, ja auch auf den Bundestag kommen so bestimmt bis zur nächsten Wahl einige Milliarden zusammen (ich würde das gerne mal durchrechnen, aber mein Taschenrechner hat nur 8 Stellen), also das Eurorettungspaket würde ja seinen Schrecken verlieren und der Steuerzahler aufatmen und deutlich ruhiger schlafen.

Jetzt macht mir nur noch eins Kopfzerbrechen, Der nette Herr Koch aus dem Nachbarland Hessen hat angeregt, enorm bei der Bildung zu sparen, damit die Leistungen der Abgeordneten weiterhin über Gebühr steigen können die Staatsverschuldung in den Griff nicht weiter ansteigt. Und warum bin ich mir sicher, wenn die Kürzung im Bildungsetat erst einmal greift, dass es dann auch wieder absolute Mehrheiten gibt?

Kommentar verfassen