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Wochenkuriositäten 2011-16 Internet und Demokratie

Am vergangenen Sonntag war mal unsere Kanzlerin zu Gast in einer diesen zahlreichen Talk Shows. Ohne weitere Gäste, damit es ja nicht zu einer anderen Meinung oder gar Wiederworten kommen kann. Dabei halte ich unsere Demokratie nicht mehr unbedingt fuer sehr gelungen. Gerade die Regierungen seit dem Jahrtausendwechsel haben im Zweifel immer gegen Das Volk entschieden und eine kleine Klientel mit Vorteilen versehen. Manchmal habe ich da Gefühl, das (Wahl)volk ist nur noch dazu da, alle vier Jahre eine bestimmte Partei zu wählen und dann einfach den Mund zu halten. Nur wer sich mit der aktuellen Politik befasst und überlegt, wen er nun wählen soll, stösst schnell an die Grenzen, was Informationen über seinen Direktkandidaten in seinem Wahlkreis anbetrifft. Es ist fuer den Wähler nicht ersichtlich, wie er bei einzelnen Gesetzesvorlagen abgestimmt hat, die Nebenverdienste sind in Gruppen aufgeteilt, aber es ist nicht ersichtlich, wer ihm was  und wofür gezahlt hat. Als Beispiel habe ich mal den Abgeordneten Pols aus meiner Geburtsstadt herangezogen. Der gute Mann steht auf der Liste der CDU und ist selbständiger Glasermeister. Soweit so gut. Die Fragen der Bürger hat er nur zur Hälfte beantwortet, was als knapp versetzt gilt. Neben seiner Tätigkeit als Volksvertreter ist er noch weiter beschäftigt.

selbständiger Glasermeister (das halte ich noch fuer vertretbar, da niemand gezwungen werden kann seinen eigentlich Job aufzugeben.
Mitglied des Stadtrates Lüneburg (das finde ich nun, etwas grotesk, zumal die Entfernung Berlin/Lüneburg bei knapp 300 km liegt)
2 Mal Mitglied des Aufsichtsrates (Abfall und Abwasser)
Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer
Mitglied der Vollversammlung der Handelskammer

In meinen Augen alles zeitintensive Nebenjobs, Teilweise auch lukrativ in der Vergütung. Mit stellt sich jetzt vor allem die Frage, wie der Volksvertreter Pols das vor allem zeitlich bewältigt. Die Nebeneinkünfte werde dann nur in Gruppen angegeben.

Jetzt kommt fuer mich das Internet ins Spiel. Damit ich dann weis, wenn ich wählen soll, möchte ich wissen, wie hat er bei jeder einzelnen Abstimmung gestimmt, dann möchte ich noch eine detaillierte Auflistung wann er von wem wieviel Geld fuer welche Leistung bekommen hat. Dazu zähle ich auch Einladungen von Lobbyverbänden zum Essen, Besichtigungen oder diesen merkwürdigen Lehrgängen. So kann ich dann in der Woche vor der Wahl online nachsehen, ob die mir zu Wahl angebotenen Leute in meinem Sinne gehandelt haben oder nicht und so mein Kreuz an der Stelle machen, wo meine Interessen am besten vertreten werden, oder ich lasse es ganz oder kann neuen, unbedarften Kandidaten eine Chance geben. Mit anderen Worten: Ich will wissen, was mein Abgeordneter treibt und verdient!

Und jetzt komm mir bitte keiner, das würde zuviel Arbeit machen, solch ein Internetportal aufzubauen.

0 Gedanken zu „Wochenkuriositäten 2011-16 Internet und Demokratie

  • 17. Oktober 2011 um 7:30 am
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    Ich glaube nicht, dass die Herren und Damen daran interessiert sind, dass der Bürger, also der Wähler erfährt und weiß, was und wieviel der von ihm gewählte Vertreter in seinem gewählten Amt tut.

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