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Nachbetrachtung

Am vergangenen Freitag jagte plötzlich eine Meldung durch das Internet: Schlecker würde einen Antrag auf Insolvenz stellen. Nun bin ich jemand, der versucht, sein Einkaufsverhalten so zu steuern, dass ich mein Geld bei Unternehmen lasse, welche zumindest ihre Mitarbeiter vernünftig behandeln und bezahlen. Die Drogeriekette aus Ulm war neben Lidl einer der ersten auf meiner Liste, die irgendwann nach der Jahrtausendwende bei mir im Kopf entstanden ist, mit dem Hinweis „hier nicht einkaufen“. Konsequenterweise habe ich mich auch immer daran gehalten, so gut es ging, ich beziffere mal meine Einkäufe bei diesen Unternehmen weniger als 10 in den letzten Jahren letzten Jahrzehnt. Meine Liste wurde auch ständig erweitert, mittlerweile stehen da mehrere Unternehmen drauf, die ich, so gut es geht und es geht zumindest in einer Großstadt gut, nicht frequentiere. Da ich nun zahlreiche Artikel zum Thema Schlecker Insolvenz gelesen habe, bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Die Familie Schlecker verfügt über eine geschätztes Vermögen von ca. 1,95 Milliarden Euronen. Durch den Insolvenzantrag sollen in erster Linie die ohnehin schon schlecht behandelten und bezahlten Mitarbeiter auf Teile Ihres wahrscheinlich unter Tarif liegenden Gehaltes verzichten. Um dem Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen wird die Arbeitsagentur einspringen und die Gehälter fuer die ca. 30.000 Beschäftigten für drei Monate übernehmen. Das Lieferanten und Vermieter auch auf einen Teil verzichten müssen steht auch noch im Raum, mit anderen Worten die Kosten fuer die Insolvenz werden mal wieder sozialisiert (im Grunde genommen ist jede Massenentlassung der Konzerne eine Sozialisierung der Kosten, da die Sozialkassen immer in Geldnot sind). Nun ist Herr Schlecker aber schon 75 Jahre alt und verfügt eben über ein beträchtliches Vermögen. Ich will ja nicht, das er danach völlig mittellos ist, aber 2.000.000 Euronen sollten fuer seinen Lebensabend mehr als genug sein, der Rest könnte dann dafür eingesetzt werden, die Sozialisierung der Gläubiger und vor allem der Arbeitnehmer abzufedern, ich denke das sollte ausreichend sein. Der gute Herr Schlecker hat auch Jahrzehnte lang kräftig profitiert.

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