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Unangenehme Überraschungen

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Raupe, gut getrant, aber dennoch entdeckt

Nachdem mich in den letzten Wochen die Kombination Ameisen, wirkungsloses Gift dagegen in Verbindung mit zuviel Regen fast in den Wahnsinn getrieben haben und die netten kleinen, aber ungebetenen Balkonbewohner mich zu radikaleren Mitteln getrieben veranlasst haben, wurde es Zeit für eine umfassende Balkoninspektion und Verbesserung der Umstände zum gedeihen von Balkonpflanzen. Massiver Bodenaushub an allen Stellen an denen die Nester der Krabbler vermutet wurden gingen einher mit einer größeren Umtopfungaktion, die wieder weitere, Nester in den Töpfen zu Tage förderten. Eine insgesamt sehr unbefriedigende Situation in meinem kleinen Balkonbiotop. In der größten Schwüle wurden unzählbare Säcke neuer Blumenerde durch das Treppenhaus getragen, und die alte, von Eiern verseuchte und ausgelaugte Erde wieder nach unten zu tragen. Insgesamt wechselten auch so drei Topfpflanzen, gründlich gereinigt von der Plage die Gefäße. Nach getaner Arbeit steht man dann im Sonnenuntergang mit einem Glas gekühltem Getränk in der einen und einem „habichmirjetztverdient“ Glimmstengel in der anderen Hand und begutachtet wohlwollend das Tagwerk unter hin und wieder leichtem Stöhnen. Die Laute mache ich aber nur, um nochmal dem Geleisteten einen besseren Ausdruck zu geben. Da mit die Schweistropfen immer noch auf der Stirn standen, erledigte ich das alles ohne die Brille. Dabei erspähte ich eine Art kleiner Ast, hellbraun zwischen Blatt und dem mühsam hochgepäppelten japanischen Ahorn. Flug wurde der Filter in den linken Mundwinkel geklemmt und mit der freigewordenen Hand, das Ästchen zugreifen und in den immer noch bereitstehenden Müllsack zu befördern.

Der Griff war seltsam, dass Stück Holz fühlte sich weich an, etwas pelzig noch dazu, gar nicht grifffest. Also musste die Sehhilfe auf um das ganze auch scharf begutachten zu können. Dann der Schrecken, eine ca. fünf Zentimeter lange Raupe in Astform macht sich gerade auf, genüsslich in ein Ahornblatt zu beissen und der ehemals vertrockneten Aldipflanze in ihrer bestimmt gefräßigen Art den Garaus zu machen. Das ich so etwas nach einem mehrstündigen Kampf gegen die Ameisen nicht dulden konnte, versteht sich von selbst. Also, mit brachialer Gewalt dieses festsitzende Insekt vom Ast gelöst und kurzer Hand über die Balkonbrüstung auf einem im Erdgeschoß befindlichen Busch geworfen fallen gelassen. Niemand frisst sich an meinem Ahorn satt, niemand!

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