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Ewald

Von den Vorhaben, die noch auf der Erledigungsliste sind, konnte ich im August einen Punkt aus den Top Five abarbeiten. Den Besuch in Herten und der Zeche Ewald mit der in unmittelbarer Nachbarschaft beheimateten Halde Hoheward. Was mich bislang davon abgehalten hat, sind die unwirklichen Verkehrsverbindungen des VRR, der, sobald es städteübergreifende Verbindungen sein sollen, sich als sehr provinzieller Verkehrsverbund entpuppt. Entfernungen von ca. 15 km arten da gerne mal in mehrstündigen Abenteuerreisen mit Straßenbahnen, S-Bahnen und Bussen aus. Je mehr man von den Citybereichen der einzelnen Ruhegebietskommunen in die Randgebiete diese Städte will, desto dünner werden die Verbindungen. Manchmal fährt der Bus nur einmal die Stunde und ist alles andere als abgestimmt auf die ankommenden Bahnen. Oder man fährt die ökonomischen Umwege über andere Gemeinden um eine einigermaßen vernünftige Anschlussverbindung zu haben. Besonders schlimm wird es zwischen den Unternehmen des Verbundes, so harmoniert es nicht unbedingt zwischen Bogestra und EVAG.

Ewald ist da bodenständiger, einfacher, volksnaher, so mein Empfinden.

Aber es kam der Tag, da ließ ich mich nicht unbedingt davon abhalten, mich auf den Weg nach Herten zu machen. Zeche entdecken und Halde erklimmen, das sollte für einen Tag im Supersommer ausreichend sein. Also Ersatzakku verstaut und Ersatzspeicherkarte eingepackt und los ging es. Ziel, die Zeche Ewald, die mit einen Ensemble von drei unterschiedlichen Fördertürmen aufwartet. Doppelbock in Grün, Malakovturm in alt und Fördergerüst, wieder in dem hellen Zechen grün. Alles aufgereiht in einer Linie, teilweise bis zum Schacht begehbar und im Schatten zwei Biergärten, die zur Pause einladen um sich mit dem einzig wahren Snack im Ruhrgebiet, gebratene Wurst in unterschiedlichster Zubereitungsart, zu stärken. Da ich ja oft auf Zollverein, der Mutter aller Ruhrgebietszechen bin, erscheint einem Ewald als ganz anders. Die Fördertürme in Reihe, alle sehr dicht beieinander, von den Zechengebäuden einige nicht renoviert, andere dem Verfall preisgegeben, kühl im Schatten der monströsen Betriebsgebäude mit anmutendem Blick hinauf zu Halde, die von den Füßen der Gerüste eher klein aussieht.

Gut gefallen hat mir Ewald, mit seinen wenigen Touristen, seiner Einfachheit. Ein klasse Ort um auch einmal an die Ecken heran zu kommen, die hier in Essen auf Zollverein mit meterhohen Zäunen sichert sind und nur durch entsprechendes Entgelt zugänglich sind, wohl der Nachteil eines millionenfach besuchten Hot Spots im Ruhrgebiet. Ewald ist da bodenständiger, einfacher, volksnaher, so mein Empfinden.

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