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Phönix West

Wenn ich dann schon mal in Dortmund weile, was wirklich nicht oft vorkommt, dann versuche ich mir mehrere Dinge an einem Tag anzusehen. Manchmal spielt auch das Wetter mit und verwöhnt mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, auch im Herbst. So werden bei meinen Ausflügen die Arme noch etwas brauner und ich sehe im kommenden Frühjar nicht ganz so hanseatisch Blass aus.

 

Da ich an diesem Tag auch am Phönix See war, bot es sich an, der Schachtelarichtektur den Rücken zu kehren und sich dem Ursprünglichen zu widmen. Der Industriekultur in Hörde in einem Erkundungsgang auf dem Gelände einer ehemaligen Hochofenanlage, auch unter dem Namen Phönix West bekannt.

Wie überall auf alten Industriebrachen, soll hier neues entstehen. Meistens aus den Bereichen Technologie und das Wort „zukunftsweisend“ wird in diesem Zusammenhang auch immer gerne gebraucht. Der Abrisswahn ist auf diesem Gelände deutlich zu sehen, die zukunftsorientierten Investitionen lassen aber noch ein wenig auf sich warten. Landschaftlich ausgedrückt: die Baulücken wachsen langsam wieder zu, als wenn sie in voller Erwartung auf das erste Wolfsrudel im Ruhrgebiet sind. Das was für touristische Zwecke eingerichtet wurde ist mittlerweile fest umzäund und für die spärlichen Besucher verschlossen, was nicht einzelne Fotografen davon abhält, Brautpaare vor den Kulissen vergangener, aber für die Bevölkerung deutlich besseren Zeiten, abzulichten, vielleicht mit dem Zweck, den eigenen Kindern mal zu zeigen und zu erzählen, wo der Opa vor langer Zeit, also im letzten Jahrtausend mal gearbeitet und Geld verdient hat.

Die Dortmunder mögen mir verzeiehen, wenn Fragende in den Westen schicke, zum Landschaftspark Nord in Duisburg, da ist deutlich mehr Industriefeeling aus vergangenen Tagen und etwas Gastronomie auch, das erleichtert den vollen Genuss der Herbstsonne ungemein.

Die Fahrtkosten dieses Artikels wurden durch die Erstattungen des Pünktlichkeitsversprechen der EVAG bezahlt.

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