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Hinter den Kulissen

Bislang habe ich es ja nur von außen gesehen, mal kurz beim vorbeifahren, auch bin ich schon ein, zwei Mal direkt zum Eingangsbereich gegangen um neugierig durch die verschlossenen Türen zu schauen, aber in Inneren war ich noch nicht. Also wurde es Zeit, den Tag der offenen Tür zu nutzen und sich das Gebäude einmal von innen anzusehen. Die Rede ist vom Musiktheater im Revier, dem MIR in Gelsenkirchen. Die dargebotenen Musikrichtungen sind nicht so ganz mein Fall, das gebe ich gerne zu, auch wenn ich jetzt mit dem Makel leben muss, vielleicht doch nicht der ganz großen Musikkunst zugetan zu sein, aber es ist einfach nicht meine bevorzugte Richtung.

Es gibt ja viele Theater, dieses hier ist auf Musik spezialisiert. Da habe ich mich ja immer gut ferngehalten, Ich habe es nie in die Semperoper geschafft, obwohl ich lange in Dresden gelebt habe. Einmal war ich Laize Halle in Hamburg, die war zu diesem Zeitpunkt noch nicht saniert und es spielten keine Orchester irgendwelche Klassiker der Jahrhunderte alten Komponisten, es gab der Prinz of Polyester ein Konzert in der Hansestadt. Aber das wie funktioniert so etwas, das interessierte mich schon, auch kann es nicht schaden, mal einen Blick in den großen Saal (was leider nicht möglich war, zumindest in der Zeit, wo ich anwesend war) zu werfen. Aber das „Drumherum beeindruckte mich schon. Es ist ja nur ein kleiner Teil, der dann auf der Bühne präsentiert wird. Es gibt nicht einmal ansatzweise den Aufwand und die Mühen wieder, die nötig sind, um ein Stück in ansprechender Kulisse auf die Bühne zu bringen.

Da gibt es Schneidereien, fein säuberlich getrennt nach Geschlechtern. Einen riesigen Fundus, sogar auf zwei Etagen, eine eigene Tischlerei für die verschiedenen Bühnenbilder. Unzählige Musiker, die so ein Stück zu einem perfekten Erlebnis machen, dann auch noch die Jugendorchester, die langsam und behutsam an das sicherlich nicht einfache Leben eines Theatermusikers herangeführt werden.

Alles war schön in Szene gesetzt, kurze Gesang- und Orchesteraufführungen sollten Appetit machen auf die kommende Spielzeit. Die Schneiderinnen gaben Einblicke in ihre Arbeiten und zeigten ausgefallene Bühnenmode. Die Handwerker in der Tischlerei zeigten und erklärten jedem der es wissen wollte, die Arbeiten, die vor der Aufführung notwendig sind, um die Künstler vor Kulisse richtig darzustellen. Es war alles perfekt organisiert, ein Quiz, verbunden mit einem Rundgang über mehrere Etagen im normal nicht zugänglichen Bereich des Musiktheaters, macht die Sache noch viel interessanter. Ein größer Flohmarkt der Requisiten im Foyer ließ die Schnäppchenjäger keine ruhige Minute haben. Alles wurde immer wieder unterbrochen von kurzen Aufführungen und Gesprächen der Protagonisten und auch der Leute, die sich um das „hinter den Kulissen“ kümmern. Eine sehr interessante Erfahrung einmal alles aus der Nähe zu sehen und zu erfahren.

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