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Begegnungszentrum

Vor einiger Zeit war ich kurz in der Innenstadt von Essen, in einem Teil, der immer etwas zu kurz kommt. Ja die Route vom Hauptbahnhof laufe ich mittlerweile mit verschlossenen Augen, in mehreren Varianten. Aber der Flachsmarkt ist dann die Grenze. Alles was nördlich davon liegt, habe ich selten auf dem Schirm und meine Besuche dort sind sehr sporadisch. Was schade ist, denn in der Essener City ist das der Bereich, der noch am innovativsten ist, zumindest was die Umsetzung neuer Ideen betrifft. Es gibt viele freie Ladenflächen und damit genug Platz für kreative Ideen.

 

Eine davon wurde in der Kreuzkirche umgesetzt. Es ist in unserem Land gar nicht so einfach, ein ehemaliges Gotteshaus dem Erdboden gleich zu machen um eine neue, attraktivere Bebauung in die urbane Stadtlandschaft zu setzen. Die Kirchen haben in den letzten Jahren deutlich an Zuspruch in der Gesellschaft verloren, zumindest was die Christlichen anbelangt. Da war es an der Zeit, etwas neues auszuprobieren. Entstanden ist ein Begegnungszentrum, der Altar ist einer Bühne gewichen und am Haupteingang steht eine mobile Thekenanlage mit Zapfhahn. Nun war ich in meinem Leben nie der große Gänger in die Gotteshäuser, gut es gab die Zeit, in der ich mich fügen musste, allgemein auch Konfirmation, also den kirchlichen Übergang vom Kinder- in den Erwachsenenstatus zu erlangen. Aber selbst da war es so, dass die sonntägliche Pflicht in die Gotteshalle zu kommen nicht bestand, zumindest nicht oft. Aber ein ungewohnter Anblick ist es schon gewesen, direkt nach dem öffnen der großen, schweren Tür auf eine Bierstation zu blicken, die auch Fässer kühlen kann.

Der glauben, das asketische Leben rückt eben immer mehr in den Hintergrund, das halte ich es durchaus für legitim, das es in dem einen oder anderem Gotteshaus eine andere Verwendung gibt und eine breitere Schicht in der Bevölkerung angesprochen wird. Und ja, die neuen Fenster sind schön geworden.

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