googled4c9dab919003bf2.html

Die Sache mit der Pünktlichkeit…

Dem Aufmerksamen Leser hier in diesem Blog wird vielleicht aufgefallen sein, das unter einigen Artikeln, besonders aus weiter entfernten Städten, immer der Zusatz steht: Die Fahrtkosten wurden aus dem Pünktlichkeitsversprechen der EVAG gezahlt. Der örtliche Nahverkehrsbetrieb gibt seinen Fahrgästen ein Versprechen auf die Pünktlichkeit seiner Fahrten, beträgt aber die Verspätung aber mehr als zehn Minuten, so wird die Fahrt mit einem normalen Ticketpreis, zur Zeit sind es 2,60 €, erstattet. Irgendwann gibt es auch die Möglichkeit, sich ein Taxi auf Kosten der Verkehrsbetriebe zu nehmen. Wie auf diese Möglichkeit gestoßen bin, lest selbst.

Irgendwann im Sommer, es war heiß, der Schweiß lief schon allein beim Stehen, hatte die EVAG wieder einmal Probleme ihre Bahnen in der normalen Taktung von zehn Minuten fahren zu lassen. Es fuhren über einen langen Zeitraum gar keine Bahnen. Entsprechend stauen sich an dem einen oder anderen Ende der Strecke die verbleibenden, noch fahrtüchtigen Bahnen. Sämtliche neuen Bahnen auf der Linie 107, bekannt auch als die Kulturlinie, im Volksmund allerdings Touriekutsche genannt, fuhren aus unerklärlichen Gründen nicht. Verblieben, als einzig fahrtüchtige, die „alten“ mit Klapptritt. Diese werden aber nicht für die gesamte Strecke eingesetzt, sondern fahren in Richtung Norden nur bis zum Abzweig Katernberg, einer sehr unübersichtlichen Dreierkreuzung hier im Stadtteil. Da die Bahnen nicht in ausreichender Zahl dort stehen können werden sie auf freier Strecke zum anhalten delegiert damit das irgendwo auf dem Weg stehende Fahrzeug dann in Ruhe geborgen werden kann. So kam es zu einer Ansammlung von ca. acht Bahnen, vier in Richtung Abzweig, die anderen vier in Richtung Innenstadt.

Das Szenario an den Haltestellen ist dann folgendes. Die erste Bahn, die nach einem Stillstand wieder anfährt ist überfüllt, weil die Fahrgäste ja nun schon länger stehen und alle schnell ihr Zeil erreichen wollen, nach der Wartezeit, was auch verständlich ist. Die zweite Straßenbahn ist dann voll, es passen aber noch Leute hinein und die Dritte ist dann nur mäßig besetzt, weil in den Haltestellen zuvor schon alles eingestiegen sind. Ab der vierten Bahn sind die Plätze spärlich belegt, weil an den wieder angefahrenen Haltestellen bereits alle Fahrgäste zugestiegen sind. Je näher das Zentrum rückt, desto voller werden auch die Wagen die hinten in dieser Schlange folgen. Da immer mal wieder Menschen vor der City aussteigen, wird tunlichst seitens der Wartenden darauf geachtet, dass möglichst viele in diese, doch überfüllten Bahnen einsteigen, obwohl die nachfolgenden Züge schon in Sichtweite sind. Das führt zu verlängerten Aufenthalten an den Haltepunkten, denn die Türen schließen erst, wenn keiner mehr in den Lichtschranken steht, was aber bei überfüllten Transportgerät an jedem Stopp vorkommt und somit die Verspätung weiter ansteigen lässt. Wie gesagt, die kommenden Bahnen sind weniger voll und immerhin schon zu sehen.

Die FahrerInnen weisen auch an jeder Haltestelle darauf hin, dass die nächste Fahrgelegenheit unmittelbar nach dieser folgt und es keinen wirklichen Zeitgewinn bringt, sich in diesen, völlig überfüllten Wagen zu quetschen. Der Lerneffekt ist leider bei EVAG Mitfahrern nicht sehr hoch, es überwiegt der Egoismus, in diesem Fall auf der Ebene, ich muss hier noch mit!

Da ich nicht unbedingt ein großer Freund von Menschenansammlungen aufnahm engem Raum bin, und auch die entsprechende Zeit hatte, ließ ich den Schweiß noch etwas laufen und gab mich noch dem unbeschwerten Tabakgenuss für ein paar Minuten hin, denn die folgenden Bahnen waren alle klar zu sehen, mein Einstieg erfolgte in den vorletzten und herrlich leeren Wagen mit freier Platzwahl. Dazu hatte ich sogar noch eine nette Fahrerin, die sich freute, dass endlich jemand ihre Dienste in Anspruch nahm und dem verwaisten Fahrgastraum etwas Leben einhauchte. Wir kamen dann kurz auf die nicht oft vorhandene Pünktlichkeit des örtlichen Nahverkehrsbetriebes zu sprechen. Das entpuppte sich für mich als Wahre Goldgrube, was die Erstattungen seitens der EVAG anbelangt. Seit Sommer vergeht nun kein Monat mehr, an dem ich nicht eine Erstattung von mehr als 25 Euronen bekomme und so andere Fahrten in benachbarte Städte finanziere und das unter den Blogbeiträgen besonders kenntlich mache. Es gilt halt, man(n) muss nur darauf gebracht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.