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Herbstliches

Normalerweise trauere ich den Sommermonaten immer nach, wenn die Blätter anfangen zu fallen. Da werde ich wehmütig und verfalle regelrecht in eine Winterunlust, die mich ab November befällt, der Monat, den ich nur im Zusammenhang mit Dunkelheit wahrnehme. Das mag vielleicht auch daran liegen, das die zeit wieder auf das ursprüngliche Level zurückgedreht wird. Keine hellen Räume mehr um 6, nur in Verbindung mit künstlichem Licht, daran ändern auch fortschrittliche und umweltschonende LEDs nichts. Es ist und bleibt der schlimmste Monat im ganzen Jahr für mich. Mit dem September komme ich klar, der Oktober ist langsam auch mein Freund, was wohl an der Klimaerwärmung liegt und dem Ruf, den er hat, „golden“ wird er auch genannt, was wohl an der von Grün auf Gelb wechselnden Farben der Blätter liegt, so genau habe ich darüber noch nicht nachgedacht.

Herbst ist auch die Zeit, wieder mehr in der Küche zu verbringen, Gemüse schneiden, viel Gemüse und es in einem großen Topf mit anderen Zutaten zum Eintopf zusammen fügen, das mag ich, denn im Grunde bin ich ein regelrechter Suppenkasper und Herbstsuppen und Eintöpfe sind nun mal eine andere Liga als Frühlings- oder Sommersuppen, deutlich geschmackvoller. Und dann der einmal im Jahr bereitete Schweinebraten, am Besten mit zweierlei Kohl und kräftig brauner Soße und Kartoffeln, einfache geschält und in Salzwasser gekocht. Den roten Kohl lange mit Rotwein gekocht, den weißen Wirsing am liebsten mit Speck und Rahm. Ein Gericht, was mich nach dem Genuss für mehrere Stunden zur Bewegungsunfähigkeit verdammt, Aber darum geht es hier heute nicht.


Herbst ist für mich die Zeit, schon einmal ein Resümee zu zeihen, wie war das Jahr, was lief nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, was soll im kommenden Jahr anders werden? Noch zweimal zum Friseur und noch zweimal Fenster geputzt, dann ist Weihnachten und Winter, die melancholische Zeit des Jahres habe ich überstanden und wird verdrängt durch die Festtageshektik an den letzten Tagen des Jahres. Die längste Nacht im Jahr liegt hinter mir, die Tage werden wieder länger, wenn auch erst in kaum erkennbaren Dosen. Nur noch den Januar und die Bundesligapause, die bei mir für zusätzliche Langeweile sorgt, überstehen, Anfang Februar sieht die Welt schon wieder anders aus, auch wenn Väterchen Frost noch einige Optionen hat, seine Macht auszuspielen und mich klappern und zittern lassen könnte, vor Kälte. Aber es sind seine letzten Zuckungen, nur ein paar Tage und sein Kältezorn ist vorbei. Dann der März, wenn alles gut geht, verwöhnen der ersten Pflanzen mit zarten, frischem Grün und die Zeitumstellung trägt auch einen großen Teil dazu bei, das sich bei mir wieder die Lebenskräfte sammeln, gespannt darauf neues zu entdecken. Der Frühling und damit die warme Jahreszeit ist nach, zum Greifen nah.

2 Gedanken zu „Herbstliches

  • 18. November 2016 um 12:07 am
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    Schön! Text und Film ☺

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    • 18. November 2016 um 12:37 pm
      Permalink

      Dankesehr Caroline

      Antwort

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