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Mietgenossen!

Wenig erfolgreich war das Model, miete dir einen Politiker, zumindest für die Christdemokraten auf Länderebene hier in Nordrhein-Westfalen anno 2010. Es bedeutete Machtverlust und bescherte den Bürgern eine Rot-Grüne Regierung, die sich vornehmlich durch Inkompetenz auszeichnet.

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© A.Savin, Wikimedia Commons

Da die Genossen von der ehemals sozialen Partei dem nicht nachstehen wollten, wurde das Modell „Miete einen Minister“ ins Leben gerufen, wahrscheinlich nicht um die Politik der Genossen bei Unternehmen ins rechte Licht zurücken, sondern um eher die Löcher zu stopfen, die ein rapider Mitgliederschwund in die Kassen der Sozen hinterlassen hat. Von Preisen von 3.000 bis 7.000 Euro kann nun jeder sich einen SPD-Mann oder -Frau in sein Haus oder sein Unternehmen holen. Der große kleine, dicke Vorsitzende, also der Lehrer ohne Festanstellung und jetzige Wirtschaftsminister findet es nicht mehr verwerflich, wie noch vor sechs Jahren, als diese Einahmengenerierung von dem politischem Gegner ersonnen wurde, getreu nach dem Motto „Wenn es ein Anderer macht ist es verwerflich, zumindest moralisch verwerflich, wenn wir das machen, ist es ok“.

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© Olaf Kosinsky

Bei mir wirft das einige Fragen auf, wie zum Beispiel, warum unsere Landesmutter nicht in dieser Liste steht, will etwas keiner mehr mit Ihr zu tun haben? Hat ihr Youtube Kanal für soviel Negativimage gesorgt, das jeder sie unerträglich findet? Nicht unwichtig finde ich auch die Frage, wen aus den zur Verfügung stehenden Personen ich denn mieten würde, oder sollte ich stattdessen lieber einen Luxusurlaub machen? Oppermann vielleicht, um eine anstrengendes Gespräch über Strafvereitelungen (unaufgeklärte Edaty Affäre) i hohen, politischen Kreisen zu sprechen? Oder Ministerin Nahles, um mir jetzt gerade ein passend zur Adventszeit ein paar Lieder zu singen, um mich in der schon seit Jahren abhandengekommenen Weihnachtsstimmung bringen zu lassen? Nein, aber vielleicht dann doch lieber den Justizminister, gut, man muss jetzt nicht über unausgegorene Vorschläge in der Juristerei reden, aber ein gemeinsames Thema könnte ja die aktuelle Männermode und die Wichtigkeit von Haargel sein, der Mann von heute muss ja auf sein Äußeres achten, also hier könnte es einen Konsens zwischen mir und der ehemals Sozialen Partei Deutschlands geben. Aber wäre es mir einen vierstelligen Betrag wert?

Insgesamt gesehen, finde ich es aber etwas wenig, was die Genossen da für ihre Minister und führenden Politiker verlangst haben. Wenn ich das einmal hochrechne auf die Nebeneinkünfte eines früheren Finanzministers, der ja hunderte Milliarden mal einfach so „umverteilt“ hat, und ich von einem Honorar von 7.000 € pro Auftritt ausgehe, dann musste dieser arme Abgeordnete doch über 140 Mal pro Jahr vor wildfremden Leuten im Auftrag irgendwelcher Unternehmen sprechen. Dazu dann noch die stressigen An- und Abreisen, andauernd Hotelzimmer und immer weg von zu Hause. Ganz zu schweigen von den Bürgern in seinem Wahlkreis, die dann auch noch unverschämter Weise von ihm erwarten, das er sich um ihre Belange kümmert.

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