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Nicht mein Präsident

Das alte, von mir nicht sonderlich gemochte, Staatsoberhaupt scheidet in einigen Wochen aus dem Amt. Der Neue soll dann von den Wahlmännern der Bundeversammlung gewählt werden. Oder sollte ich richtigerweise sagen, nur für das Amt des Bundespräsidenten bestätigt werden. Ausgekungelt wurde er ja in Hinterzimmern in dieser Berliner Republik. Vorne weg durch den größten Populisten den dieses Land hat, der aber selbst immer gern gegen populistische Äußerungen, wettert, unser Vizekanzler, der Wirtschaftsminister mit den größten Rüstungsexporten, die jemals in diesem Land erfolgten, Sigmar Gabriel.

Der nächste Präsident ist also als großer Wurf unserer Demokratie zu sehen, die Bestätigung durch die Wahlmänner, die zum großen Ereignis, der Wahl, aus allen Winkeln der Republik zusammen gekarrt werden um das mit ihrer Stimme zu wählen, was seit Monaten feststeht? Unsere Demokratie hat ein Hoch verdient, besonders nach der Wahl eines gewissen Donald T. Im fernen Amerika. Wir sind eben besser aufgestellt, also im demokratischen Sinn, als unsere Freunde jenseits des Atlantiks.

Hat jemand Zweifel an Herrn Steinmeier, der in seiner aktiven Zeit als Politiker als maßgeblicher Architekt der Agenda 2010 verantwortlich zeichnete und so für die maßgebliche Spaltung der Bevölkerung in arm und reich verantwortlich war? Einer der für die Zementierung der Verhältnisse zwischen oben (begütert) und unten (noch weniger Chancen) steht. Seine Partei hat vor langer Zeit, einige Wenige werden sich daran erinnern, noch Wahlen gewonnen mit den Argument der Chancengleichheit. Möglichkeiten und Chancen für alle, so das Credo dieser Partei, die alten Strukturen aufbrechen, das schien damals noch möglich. Ach seine Rolle im Überwachungsskandal, der langsam vergessen scheint, ist nicht unumstritten, es wird ihm ja nachgesagt, auch hier eine große Rolle gespielt zu haben, als er einem ausländischen Geheimdienst das Anzapfen des größten Internetknotenpunktes außerhalb der USA ermöglichte. Ganz demokratisch, so wie die bevorstehende Wahl. Aber ich sollte nicht undankbar sein, immerhin hat bei mir der Prozess des Nachdenkens eingesetzt, so habe ich mich von den Betriebssystemen und Softwareanwendungen getrennt, die ungewollt Informationen über den Atlantik schicken, ganz im geheimen, so wie die Auswahl des künftigen Bundespräsidenten. Am zwölften Februar 2017, wird dieses Glanzstück der deutschen Demokratie sicherlich live auf vielen Kanälen zu sehen sein.

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