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Zollverein im Schnee

Beim morgendlich hochziehen der Außenjalousien traf mich vor ein paar Tagen der Schlag, es war noch dunkel aber ich konnte es trotz Halbschlaf deutlich erkennen, Der Wintergott hat uns gleich im neuen Jahr mit Schneefall in der Nacht beglückt. Nicht nur ein wenig, sondern satte drei Zentimeter ließen nicht nur meinen Balkon hell, freundlich und unschuldig in Weiß erscheinen. Zeit also, den geplanten Bürogang um einige Stunden nach hinten zu verschieben, das örtliche Verkehrsunternehmen bot auch wieder freiwillig Verspätungsgeld durch zahlreiche Ausfälle an. Die Arbeitswelt sollte am ersten Montag des Jahres noch ein paar Stunden auf mich warten und ich machte mich auf in die Wohnung um das Schuhwerk von bürokompatibel in schneefest zu tauschen und die Kamera zu schultern.

Manche Momente sollten einfach länger andauern…

Es kommt ja in diesen Breitengraden nicht so oft vor, das es eine geschlossen Schneedecke gibt, die auch so lange halten sollte, bis ich einige brauchbare Fotos im Kasten auf dem Chip hatte. Frischer Schnee hat für mich immer unschuldiges, etwas jungfräuliches, besonders an diesem Tag, denn er ließ mich die Jahresanfangshektik für ein paar Stunden vergessen. Es war zwar schon der Räumdienst auf der Zeche im Einsatz, aber es blieben noch genügend Möglichkeiten, meine Spuren in das frisch gefallen Weiß zu hinterlassen. Der Eindruck, sicherlich nicht nur auf der Zeche, ist überall ein anderer, die Welt erscheint mit einmal etwas ruhiger, leiser und gemächlicher. Zwar wird jeder Schritt mit einem knirschen quittiert, aber ich bin mir sicher, der Schnee absorbiert Lärm, diesen stetigen, urbanen Begleiter.

 

Und das dunkle Rostrot des Doppelbocks harmoniert ganz hervorragend mit dem Unschuldsbeweis, welches vor einigen Stunden langsam vom Himmel fiel, abgerundet wird alles von der großen Menschenleere auf dem Areal der Zeche. Keine Pförtner in den Häuschen, in der Ferne der kleine Traktor mit Schneepflug und Streuaufsatz, der aber kaum zu hören ist. Vorm erhöhten Wagenumlauf nur den Blick auf das Weiß der nahen Umgebung gerichtet und die Winterstille genießen. Manche Momente sollten einfach länger andauern…

2 Gedanken zu „Zollverein im Schnee

  • 6. Januar 2017 um 7:36 am
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    Danke für das Kompliment @Caroline

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  • 5. Januar 2017 um 9:34 am
    Permalink

    Sehr schöne Fotos! 🙂
    Kalt ist auch schön!

    Antwort

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