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Abstieg vom Biergarten zum Sommergarten

Nach meinem unermüdlichen Einsatz am Sonntag Morgen, da war ich ja schon mit Kamera und Objektiven bestückt um kurz vor Acht Uhr das Gelände auf der Zeche zu inspizieren um für mich die guten Punkte für das bevorstehende Marathon-Video herauszufinden.

Es war ja auch noch der internationale Museumstag, aber für einen Rundgang durchs Ruhr Museum war die Zeit schon etwas knapp, ein Schnelldurchgang wird das bei mir nie, da kenne ich mich zu genau. Außerdem waren die Temperaturen und der Sonnenschein zu verlockend nach den langen und kalten Monaten. Also mit dem Laptop, dem tragbaren Internetanschluss auf in den Biergarten des Casinos auf Zollverein.

Der Sommergarten hat sich in einen Touristengarten verwandelt

Angekommen, machte mich ein Schild am Eingang schon auf Veränderungen aufmerksam, die mich erwarten sollten. Der schicke Biergarten mit Selbstbedienung hat sich in den Wintermonaten in einen ebenso schönen Sommergarten verwandelt und damit begannen auch mein Probleme.

Schon beim Blick auf die Speisekarte, viel mir gleich ins Auge das an der Preisschraube kräftig in Richtung Hoch, gedreht wurde. Dann sollte zumindest der Service auch den ausgerufenen Beträgen auf der Karte entsprechen. Nein, er entspricht ihm nicht. Der Koch sieht es als Hauptaufgabe an, die Kellnerinnen permanent mit falschen Speisen zu versorgen, oder seine Kommunikation ganz einzustellen. Die Servicekräfte pflegen eher ein Durcheinander, von koordinierter Arbeit keine Spur. Unabgeräumte Tische sind der Normalfall und das verschiedene Kellnerinnen die unterschiedlichen Tische zwecks Bestellungsaufnahme zum zweiten, oder gar dritten Mal anliefen wunderte mich in diesem Chaos nicht.

Mein Studium der Karte ergab einen radikalen Anstieg des Grundnahrungsmittels hier im Ruhrgebiet, der Currywurst mit Pommes und Majo über die Schallgrenze von fünf Euro, genauer noch 20% darüber. Ein Stück Kuchen mit dazugehörigem Kaffee lag dann auch deutlich über den magischen Fünf. Meine Wartezeit wurde nach zwanzig Minuten durch den Besuch einer Servicekraft unterbrochen um mir mitzuteilen, das meine gewählte Sorte ausverkauft sei, es aber noch andere Sorten gäbe. Klar das ich etwas anderes orderte. Die Wartezeit begann von neuem und nach etwas mehr als 30 (DREISIG!) Minuten bekam ich einen Cappuccino aus dem Vollautomaten und ein Stück Kuchen. Da meine Laune sich in Bodennähe befinden würde, war zu diesem Zeitpunkt stark untertrieben, sie befand sich auf dem Weck zu Schacht XII um sich 1.000 Meter hinunter zu stürzen.

Der Sommergarten hat sich in einen Touristengarten gewandelt, denn Touristen kommen im Allgemeinen nur einmal in ihrem Leben an einen Ort um ihr zu bestaunen, dann nicht wieder und dieser Sommergarten, er wird übrigens von Casino Zollverein betrieben, die sich in dieser Stadt zu den ersten Adressen der gehobenen Gastronomie zählt, nichts, rein gar nichts dazu beitragen, dass neben den Bauwerken den Besuchern des Weltkulturerbes nichts in Erinnerung bleibt. Schade, denn ich werde wohl meinen Sonntagsuchen und das dazu gehörige Getränk künftig auf meinem Balkon einnehmen und keinen Gedanken mehr an einen Besuch im Sommergarten verschwenden.

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