googled4c9dab919003bf2.html

Revierkunst auf Zeche

Früh war sie dran, in diesem Jahr, die Revierkunst. Nach zweimaligem Gastspiel im alten Museum am Ostwall in Dortmund in diesem Jahr in der Waschkaue in dem Bergwerk Ewald in Herten, schon Ende Juni. Viele Stunden des Aufenthaltes und noch mehr Visitenkarten und Unterlagen der ausstellenden Künstler in den ohnehin schon mit privatem Krempel gut gefüllten Hosentaschen. Ein unbestreitbarer Nachteil des heißen Sommerwetter in diesen Tagen, denn auf die Jacke wurde gerne verzichtetet bei den vorherrschenden Temperaturen.

Es waren weniger Künstler als in Dortmund anwesend, rund ein Drittel. Es wurde viel Anderes gezeigt, großformatiger, denn das gab der ehemalige Umkleideraum der Bergleute her, mit seiner imposanten Höhe. Die Unterteilung der Ausstellungsflächen nahmen dieses Mal keine Wände vor, sondern Ketten, an deren Ende die Kleiderkörbe und Haken zur Aufbewahrung von Bekleidung dienten. Kunst und Ketten, in Verbindung mit einfallendem natürlichen Licht und künstlichem Hell aus den aufgestellten Scheinwerfern versprachen eine interessante Sicht auf die vielen Exponate. In den Nebenräumen wurde eine weitere Komponente der Beleuchtung hinzugefügt, die heute kaum noch zu finden ist in den vielen Neubauten unserer Republik. Kaltes, fast grausam helles Licht der Neonröhren, dass auf weißen Kacheln seine Brutalität noch verstärkte und die Bilder noch intensiver auf die Betrachter wirken lies. Im Obergeschoss dann wieder ein völlig anderer Lichteinfall durch die milchigen Drahtglasscheiben. Die vielen Einwurflöcher in den Fenstern wirkten teilweise wie Spotts, die das Tageslicht auf die ausgestellten Skulpturen warfen. Manchmal muss man Vandalen auch etwas Dank zollen, auch wenn sie unbewusst an der Atmosphäre mitgewirkt haben, was aber jetzt nicht als Aufforderung zum einwerfen von Fenstern gewertet werden soll.

Wie auch in den vergangen Jahren wollte ich meinem Vorsatz treu bleiben, einen schnellen Rundgang zu absolvieren, dann die verdiente Raucherpause einzulegen um bei meinem zweiten Durchgang etwas mehr in Detail zu gehen, mir das eine oder andere Werk der verschiedenen Künstler genauer anzusehen. Daraus wurde aber nichts, zu intensiv war die Wirkung von Licht, Kunst und alter Industriehalle auf mich. Der Nikotinstopp musste warten denn es gab viel interessantes zu bestaunen. Allerdings will ich keine Künstler besonders herausheben, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich.

Wieder einmal eine sehr vielseitige Ausstellung die einen sehr schönen Überblick über die Kunst im Ruhrgebiet geboten hat. Weitere Informationen zu allen Künstlern im Überblick gibt es hier.

Ein Gedanke zu „Revierkunst auf Zeche

Kommentar verfassen