googled4c9dab919003bf2.html

Jetzt war ich nun mal da

vor ein paar Wochen machte ich mich auf, um mich mit den Werken der auf der Revierkunst vertretenen Künstlern auseinander zu setzen. Freitags, ab der Mittagszeit, die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, kurz VRR genannt. Zweimal Umsteigen war angesagt, aber es ging erstaunlich glatt und zügig. Es hilft manchmal eben doch, das Internet zu bemühen und sich die Verbindungen mit den geringsten Wartezeiten herauszusuchen.

Einen längeren Aufenthalt hatte ich nur am Bahnhof Wanne, also richtig lang war auch der nicht, es reichte, um sich etwas Nikotin zuzuführen, den Bahnhofsvorplatz abzuschreiten und einige Fotos zu machen und die Hinweistafel zu lesen.

Es ist wie so oft im Ruhrgebiet zu Zeiten der ausbleibenden Investitionen. Die Reparaturen werden auf das wirklich Nötigste herunter gefahren, dem Verfall wird damit ein großer Gefallen getan und beschleunigt, heraus kommt dann ein im Grunde hübsches Gebäude gepaart mit Trostlosigkeit und eine Filiale einer amerikanischen Burgerkette. Das Pflaster des Bahhofsvorplatzes wird nur hin und wieder von unkrautartigem Grün unterbrochen, ein Bauzaun warnt den Besucher nicht zu nah an die Wände zu treten und die verblasste Reklametafel ließ mich vermuten, dass es hier mal einen Imbiss mit dem Namen „Der Adler“ gegeben haben musste, auf der linken Seite neben der schon seit Jahrzehnten geschlossenen Bahnhofsgaststätte.

Da Lesen ja bekanntlich bildet, weis ich seit meinem Umstieg von Bahn auf Bus in Wanne an diesem Freitag, das ein großer und bedeutender Schauspieler in dieser Stadt aufgewachsen war und das seine Eltern ein beträchtliches Einkommen aus den Spielautomaten der Gasträume im Bahnhof erzielten. Der kleine Junge, der damals seine Beobachtung in den verrauchten Schankräumen macht, war Heinz Rühmann. Ich war ja nun mal da!

Kommentar verfassen