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Die renovierte Langsamkeit

Die Neueröffnung nach dem umfangreichen Umbau, der Netto Filiale in meiner unmittelbaren Nähe ist schon einige Wochen her. Zeit für mich, ein kleines Fazit zu ziehen und darzulegen, warum ich weiterhin einen Einkauf dort vermeide. Aber der Reihe nach:

Angesichts zahlreicher, leerer Regale wirkt die Begrüßung fast schon wie ein Hohn

Deutlich schöner ist die Filiale geworden, etwas größer, der Leergutautomat ist aus dem Verkaufsraum gewichen und steht gleich am Eingang. Ein beleuchtetes Schild heisst den Kunden Herzlich willkommen und macht nach dem passieren der Lichtschranke Platz für die Durchfahrt mit dem Einkaufswagen. Die Kühlregale sind neu und deshalb nicht mehr so laut. Die Frischgemüse werden ansehnlicher präsentiert und an den Kassen ist die schrille Klingel nach einer weiteren Kassiererin einem kombiniertem Lichtzeichen mit einer freundlichen Ansage gewichen, welche Kasse nun zusätzlich öffnet, oder eben nicht.

Das war es schon an Verbesserungen, die ausschließlich dem Auge des Kunden dienen soll. Der Rest ist im alten Trott geblieben. Die Kassiererinnen trainieren immer noch für die Auszeichnung „langsamste Kassenkraft im Ruhrgebiet“ und die freundliche Stimme in Kombination mit dem grünen Licht an der Decke zur Öffnung einer weiteren Kasse wird geflissentlich ignoriert, also nicht von den Kunden, die gehorsam und ordentlich ihre Waren auf das automatische Band gelegt haben. Das Einzige, was fehlt ist die Mitarbeitern, die Herrin über die Geldschublade nach abgeschlossenen Scanvorgängen. So verkommt die freundliche Stimme aus dem Off zu einer gut gemeinten, aber schlecht umgesetzten Neuerung.

hoch modern und teilweise funktionsuntüchtig…

Der Pfandautomat im Eingangsbereich weigert sich hartnäckig, Bierflaschen von Mitbewerbern anzunehmen und treibt so, die Kunden, zumindest die mit Pfandflaschen, schon vor dem eigentlichen in die Verzweiflung. Weiter geht es mit dem neuen Bereich Backwaren, am Ende der Gemüseabteilung. Ab einer gewissen Uhrzeit am Nachmittag herrscht hier gähnende Leere, das betrifft Kunden, die sich das Elend der geleerten Fächer nicht mehr ansehen können, als auch die Backwaren selbst, die einfach nicht mehr vorhanden sind. Also nicht mit frischen Brot und Brötchen zum Feierabend. So etwas ist mir unverständlich, besonders wenn noch etwas mehr als fünf Stunden Öffnungszeit vorliegen. Bewohner der ehemaligen DDR müssen sich an schon längst vergangene Konsum- oder HO Zeiten mit leeren Regalen und eingeschränktem Angebot erinnert fühlen.

Die obligatorisch lange Wartezeit an der Kasse wird dann noch mit abschließendem Blick in die leeren Schächte des Zigarettendepots über den Kassen getoppt. Ach und beim umdrehen bin ich fast noch über den großen Sack mit den Leerflaschen gestolpert. Ein perfektes Einkaufserlebnis also, wobei ich eigentlich nur eine Position kaufte, weil sonst alles nicht vorhanden war.

Netto neben Zollverein, nein Danke!

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