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Sie sind weg! – die Zeche Zollverein im Juli

Manchmal bedauere ich es nicht, wenn etwas verschwindet. So wie in diesem Fall, wenn Zäune fallen und ein ungehinderter Zugang möglich ist. Endlich kann ich das Kammgebäude von hinten genau in Augenschein nehmen und muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich Lücken im Bauzaun schamlos ausnutze und näher an die alten Rohre und sonstigen Industriebauten heran komme. Meistens bin ich aber Nostalgiker, der alles, was alt ist und verschwindet, bedauert.

Es gibt also wieder einige Flächen auf der großen Zeche, die jetzt auch frei zugänglich sind. Jeder kann also nah heran an die Turbinenhäuser und die Kühltürme auf der weisen Seite der Kokerei. Endlich würde ich sagen, denn es sind beeindruckende Ein- und vor allem Ausblicke, die das Weltkulturerbe da wieder bietet. Sehen die Stahlgerüste aus der Ferne doch recht klein aus, so ist der Aufblick, direkt unter dem Skelett aus Stahl und Eisen in den Himmel ein ganz anderer. Die große Freiheit, die nach den Streben aus Stahl beginnt, die da oben irgendwo in den Wolken lauert. Egal ob es im Sommergrau des Jahres 2017 ist oder in den wenigen Momenten, in denen mir der Wettergott gestattet, ein Foto mit dem Himmelblau zu machen, ein Farbton, den nur die Natur so hinbekommt.

Sicher an Werktagen sollte jeder Besucher noch auf die zahlreich umherfahrenden Baumaschinen achten um nicht unter die Räder zu kommen. Aber Aus- und Einblicke entschädigen für die Vorsicht, die jeder walten lassen sollte.

Es wird also langsam mit der Entwicklung des Geländes an der Kokerei. Tag für Tag geht es in kleinen Schritten vorwärts, die Zäune fallen, immer mehr Anlagen sind aus der Nähe zu betrachten. Der nächste Zaun der fallen wird, ist der um den Neubau der RAG Hauptverwaltung, er wird die Treppen freigeben, die es den Besuchern ermöglichen auf den geplanten Dachgarten zu klettern um den Ausblick auf die umliegenden Viertel von Essen zu geben und natürlich einen neuen, wieder vollkommen anderen Blick auf die große Zeche zu ermöglichen, dem Ort, an dem einmal mehr als 12.000 Menschen ihre Arbeit verrichtet haben.

2 Gedanken zu „Sie sind weg! – die Zeche Zollverein im Juli

  • 14. August 2017 um 11:56 pm
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    Moin Aquii, geniale Fotos und wahre Worte. Es ist immer wieder schön hier von Zeit zu Zeit vorbei zu schauen. War am WE in meiner Geburtsstadt Soest. Nach ewigen Jahren mal wieder. Hammer. Auch dort Veränderungen ohne Ende. Teils positiv, teils negativ. Mein letzter Besuch Zollverein ist auch schon ewig her. Die Parallelen sind aber da. Dein Post gibt mir aber auch eine Inspiration für Hamburg. Ich werde mal den Verlauf der alten Freihafen-Zollgrenze in Hamburgo unter die Lupe nehmen. Ist bestimmt interessant. P.S. Wann sehe ich Dich mal in Hamburg? Bloggertreffen…?! LG

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    • 15. August 2017 um 7:26 am
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      Danke fürs Fotokompliment. Im Moment, so habe ich das Gefühl, unterliegen fast alle Regionen einem sehr starken Wandel, besonders hier im Ruhrgebiet. Leider nicht immer zum Besten, eher das Gegenteil, entweder habe ich mir im Laufe der Zeit einen Tunnelblick angewöhnt, oder es ist tatsächlich so, das die Verarmung ganzer Stadtteile rasend voranschreitet. Es ist aber ein anderes Thema.

      Was HH anbetrifft, so ist immer noch nichts geplant. Aber wenn ich dort sein sollte, dann werde ich mit Sicherheit auf einigen Fototouren sein.

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