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Licht an

Kurz vor Weihnachten, immer am ersten Advent nährt sich der Termin für die halbjährlich stattfindende Galeriemeile im benachbarten Stadtteil Ückendorf in Gelsenkirchen. Diesmal muss ich ein besonderes Lob der Stadt aussprechen, die es immer wieder ermöglicht, das es selbst für regelmäßige Besucher wie mich immer wieder neues zu entdecken gibt.

So waren dieses Jahr am ersten Adventswochenende mehr als 24 verschiedene Galerien in den Räumen von halb- oder unsanierten Häusern zu finden. Einige Künstler habe aber auch feste Räume in denen sie arbeiten und/oder ausstellen. So ergibt sich für mich nicht nur der Fokus auf die Kunst, sondern auch auf die unterschiedlichen Räumlichkeiten.

Jaqueline Lobodda

Kalt war es am Adventssamstag, die Temperaturen schafften es nicht aus dem Gefrierbereich heraus zu kommen, von daher war ich froh, dass es in der einen oder anderen Location immer wieder etwas warmes gab, um dem Nasskalten zu trotzen und es mehrere Stunden auszuhalten. Wie gesagt, einige Räume sind noch nicht fertig saniert und nur für dieses Mal der Galeriemeile zur Verfügung gestellt, andere, ehemalige Gewerbeeinheiten wurden dann für längere Zeit an die Künstler, oder auch Existenzgründer vergeben, so wie das Atelier auf Zeit von Jaqueline Lobodda bis zum Ende des März. Wie ich finde, eine sehr gute Entscheidung seitens der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Gelsenkirchen.

Zu entdecken gab es auch wieder viel. Das geräumte Kiosk an der Bochumer Straße/Ecke Bergmannstraße erstrahlte hell im weihnachtlichem Licht und hat das Motto „Licht an“ sehr gut getroffen. Auch die Bochumer 109 wartet immer wieder mit neuen Ideen und Exponaten auf, was nicht heißen soll, das die etablierten wie Renate Brändlein im Art Depot, Roman Pilgrim in seiner Galerie in den letzten Monaten untätig waren. Es gab wieder viel neues zu bestaunen.

Ein Highlight, wie schon im letzten Jahr, war mein Besuch als vorletzte Station, das Atelier von Susanne Zagorni. Da es hier an den weißen Wänden fast ausschließlich großformatige Werke zu bestaunen gibt. Als Abschluss schaute ich dann noch bei dem Künstlerehepaar Ekle vorbei, wo ich mich immer mehr zuhause fühle. Skulpturen und Fotografien sind hier immer das Hauptthema.

Bei der Fülle der Ausstellungen, wird langsam die Zeit knapp, zumindest am Samstag, es spielte ja auch noch der örtliche Fußballverein, da verpasse ich ja kaum ein Spiel. Die Veranstalter sollten vielleicht doch einmal darüber nachdenken, die Öffnungszeiten, speziell an diesem Tag etwas auszuweiten, oder bei mir muss ein Umdenken stattfinden, künftig nicht nur einen Nachmittag einzuplanen, sondern eben Samstags und Sonntags die Ückendorfer Galeriemeile zu besuchen. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf das erste Maiwochenende, wenn es da wieder heißt „Tür auf“ im südlichen Stadtteil von Gelsenkirchen und meine Angst, den Kältetod zu erleiden wird bis dahin auch wieder verflogen sein.

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