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warum „Pott“

Abheben nicht möglich, einmal setzen und schon greift die Erdung

Warum Ruhrpott wurde ich in den letzten Jahren von einigen Bekannten gefragt. Neben den kurzen, persönlichen Erläuterungen antworte ich da immer mit einer Gegenfrage, die da lautet: „Warum denn nicht?“ Es mag sein, dass dem Ruhrgebiet einige Vorurteile vorauseilen, grau, dreckig und verschmutzt um nur die wichtigen zu nennen. Seit dem Niedergang der Montanindustrien ist das aber nicht mehr so, die Tage der letzten Zeche sind gezählt, Stahl und Eisen wird nur noch in Duisburg hergestellt, die chemische Industrie hat mittlerweile strenge Umweltauflagen, also alles sauber und das Blau am Himmel ist schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten erkennbar.

Gut, da bleibt die Bevölkerung, die doch im Vergleich zu anderen Städten zusehends verarmt, es gibt einfach zuviel, oder anders gesehen, der viel gepriesene Strukturwandel greift nicht so wie erhofft. Aber das ist ein Problem, welches sich mit etwas gutem, politischem Willen in den Griff bekommt. Und da sind wir bei dem, meiner Auffassung nach, dem größten Problem des „Pott“ in der Neuzeit. Die Konkurrenz der Städte untereinander und der fehlende, politische Wille aus den 53 Städten eine gemeinsame Metropolregion zu formen und kein Moloch, wohin Parteiverdiente abgeschoben werden können. Dieses, Erwin hat jahrelang immer Plakate für uns geklebt, der hat den Posten bei der kommunalen XY-Gesellschaft verdient.

Ansonsten lebt es sich hier sehr entspannt, es gibt ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen, dazu viele Museen und Sehenswürdigkeiten, fast alles gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, falls diese mal planmäßig verkehren und nicht irgendwo auf einer maroden Infrastruktur liegen bleiben. Dieses Problem haben aber andere Ballungsräume auch.

Da ich mich mittlerweile zum Fotoenthusiasten entwickelt habe, bin ich hier genau richtig, und die Currywurst ist auch noch bezahlbar.