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Danach oder warum stellt keiner vernünftige Fragen?

Die Attentate von Paris haben mich veranlasst, mal wieder länger im TV die aktuelle Berichterstattung zu verfolgen und auch im Internet wieder mehr zu lesen, eben zu diesen Verbrechen. Es war ja nur ein Frage der Zeit, wann Politikern wieder ihr „Wir brauchen jetzt die Vorratsdatenspeicherung“ in ein Mikrofon reden zu lassen. Es hat noch nicht einmal 24 Stunden gedauert. Gespannt bin ich auf die Teilnehmerzahlen von PEGIDA in Dresden heute Abend. Meine Prognose, die Zahl von 20.000 wird locker durchbrochen. Ob das alles so richtig ist, Vorastdatenspeicherung und stumme Proteste unter Organisation von Rechts wage ich zu bezweifeln. Die Ursachen liegen meines Erachtens ganz woanders.

Wenn ich den Aussagen der Medien Glauben kann, dann haben Menschen mit Migrationshintergrund in Frankreich kaum Chancen an der westlichen Glitzerwelt teilzunehmen, zu schlecht sind die Aussichten auf einen Job und wenn dann kommt in fast allen Fällen nur ein äußerst gering Bezahlter heraus. Also für mich ist es nicht weiter verwunderlich, das die Rekrutierung Einzelner relativ einfach ist. Was hier in Deutschland ja auch möglich ist und mittlerweile nicht wenig passiert. Auch war die Rede häufig oft davon, keinen Keil in die Gesellschaft zu treiben zu lassen, aber besteht dieser Keil nicht schon längst? Nicht zwischen den Religionen, sonder zwischen Arm und Reich, mit dem Ergebnis das es immer mehr Abgehängte in diesem Land gibt, Leute die eben nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und sich ausgegrenzt fühlen? Für diese Ausgrenzung ist aber keine Religion verantwortlich, sondern die Politik in Deutschland, speziell die Politik der letzten knapp 20 Jahre. Oder vielleicht ist es auch die seit Jahrzehnten verfehlte Bildungspolitik, die ja genügend Schulabgänger hervorbringt, die nach dem mehrjährigen Besuch einer deutschen Schule weder vernünftig lesen, schreiben oder rechnen können (hier im Ruhrgebiet sind es nach neuesten Untersuchungen mehr als 25%, oder anders, fast alle Hauptschüler). Ist das nicht die größere Gefahr? Der beste Schutz vor solchen Randgruppen scheint mir eine vernünftige Bildung zu seine, sowohl gegen übertriebene Interpretation von Religionen, oder rechten oder linken Ideologien.

Die Überwachung, die schon jetzt in unserem Land herrscht, hätte jeden Mitarbeiter der Staatssicherheit aus dem längst untergegangenen deutschen Teil des Landes ein zufriedenes Lächeln in sein Gesicht gezaubert, jeden Morgen, gleich nach dem Aufstehen. Aber gibt es Hoffnung auf eine bessere Bildung und damit bessere berufliche Chancen, auf eine Bezahlung in einem nicht ausbeuterischen Beruf, die gerecht ist und es dem Arbeiter/Angestellten ermöglicht, ein Leben im bescheidenen Wohlstand zu führen. Nach Aussagen unser Kanzlerin ist ja alles im Lot in diesem Land und wir sollten “weiter so“ machen, es wird schon gut gehen. Aber es wird auch hier nicht gutgehen, da bin ich mir sicher, es ist alles eine Frage der Zeit!

Und nein, ich bin kein Berufspessimist, ich mach nur ab und zu mal die Augen auf, wenn ich durch die löchrigen Straßen des Ruhrgebiets laufe oder die Menschentrauben vor den Eingängen der Jobcenter sehe…

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