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Gettonetto

netto2Was meinen Einkauf von Lebensmitteln anbelangt, bin sich einer von der bequemeren Sorte, da ich immer den verfügbaren Markt in der kürzesten Entfernung wähle. So wäre erklärt, warum ich in den vergangenen Jahren bei dem Discounter Netto zu über 80% meine Einkäufe erledigt habe. Über kleine Unzulänglichkeiten, eine schlechte Nachräumung bestimmter Artikel, oder die immer unordentlicher werden Verkaufsflächen habe ich großzügig hinweg gesehen, schließlich gibt es in dieser Filiale keine Vollzeitkräfte mehr. Schlecht bezahlte Teilzeitmitarbeiter haben eben nicht die unbedingte Motivation sich für einen Stundenlohn unweit des Mindestlohnes besonders zu engagieren. Diese Beziehung, von meiner Seite auf großzügige Toleranz beruhend, ging in der Woche vor Ostern still und heimlich in die Brüche.

Netto ist für die nächsten zwölf Monate von meiner Liste der Läden gestrichen!

Nach dem ich das Geschäft mehrmals vergeblich aufgesucht habe um meine Lieblingslimonade zu erwerben, dieses aber nicht möglich war, weil entweder nicht eingeräumt, oder nicht geliefert wurde. Was genau zu diesem Engpass führt ist mir unbekannt und wenn ich ehrlich bin auch egal. Da mir dieser Mangel der fehlenden Güter mir meine Zeitplanung verhagelte, das beinahe täglich fand ich dann weniger gut. Also machte ich das, was jeder Mensch macht, er spricht beim Kassiervorgang die Dame auf dem Stuhl hinter der Kasse an und weist auf die nicht vorhandenen Waren hin und fragt nach, wann denn endlich wieder der Artikel im Sortiment sei, das genau zwei mal. Die erste Antwort war ein unwissendes Schulterzucken, die zweite eine dreiste Lüge, das dass von mir gewünschte Getränk nicht zu Standardsortiment gehöre und somit nicht immer vorrätig sei, dabei steht das Objekt meiner Begierde in anderen Filialen palettenweise herum.

netto1Also benutze ich den Markt nur noch um mein Leergut gegen Bargeld zu tauschen, einmal in der Woche. Nach sechs Wochen des einseitigen Boykotts meinerseits, beschloss ich vergangenen Samstag, dem Laden noch eine Chance zu geben und fand mich mit meiner vor Pfandflaschen überquellenden Mehrwegeinkaufstasche am Automaten, der wieder einmal den Dienst versagte und war voller Vorfreude auf die süßen Limonaden, die, es wunderte mich nicht wirklich, wieder nicht eingeräumt waren, sondern ganz unten auf einer separat gepackten Palette, mit klarer Folie versehen Palette, die obendrein noch den Weg im Gang so verengte, das ein Vorbeikommen mit einem Einkaufswagen fast unmöglich machte. Folglich blieb ich bei meinem Entschluss, nur die Falschen gegen Bargeld einzutauschen und meine Einkäufe bei einem Mitbewerber zu erledigen.

An der Kasse saß zu diesem Zeitpunkt eine Kassiererin, mit der ich in der Vergangenheit immer etwas rumscherzte. Auf ihre Frage, ob ich nichts gekauft hätte antwortet ich kurz und knapp, dass ich den Laden seit Wochen boykottiere und hier nicht mehr einkaufen würde. „Wenn sie hier nicht kaufen, können Sie auch die leeren Flaschen woanders abgeben“ so die Antwort der Dame an der Kasse. Wird gemacht, Netto wird ist für die nächsten zwölf Monate von meiner Liste der Läden gestrichen!

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