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Picknick Slam

Der Sommer anno 2016 macht es einem nicht leicht, mit Veranstaltungen, die im freien geplant und stattfinden sollen. Aber es geht, es geht sogar sehr gut, mit etwas Glück und vor entsprechender Industriekulisse. So auch am letzten Samstag vor dem Stellwerk am Gleisboulevard der Zeche Zollverein, genauer gesagt im Färbergarten. Es braucht nur die entsprechende Geduld, die wasserfeste und wärmende Jacke nicht auszuziehen, wenn man vor den Wohnungsfenstern steht und den schlimmsten Platzregen des Monats dabei zusieht, wie er mit unendlich vielen Wassermassen in Tropfenform nicht nur den Balkon benetzt, sondern auch die Erde mit großen Pfützen versieht und jeden glauben lässt, er käme ohne nasse Füße keine zwanzig Meter weit.

 

Aber 25 Minuten vor Beginn des Poetry Slams hatte der große Wettergott ein Einsehen für die Akteure und die Zuschauer. Das Spektakel der Lyriker und Leser konnte beginnen und lies mit etwas Glück auch alle trocken während der kommenden Stunden. Mein Weg ist ja nicht besonders weit um zum Ort des Geschehens zu kommen, ich brauch ja nur die Straße queren und an diesem Abend ein paar frischen Wasserlachen auszuweichen und keine sechs Minuten später stand ich vor der kleinen Bühne vor dem historischen Mauerwerks des kleinen Stellwerks. Es blieb sogar noch Zeit, die Currywurst zu probieren, die obligatorisch bei fast allen Veranstaltungen des Ruhrgebiets gereicht wird, diesmal in der Berliner Variante.

Die Show konnte beginnen, ich war anwesend und mein Bauch gefüllt, das Gefühl der Zufriedenheit stellte sich langsam eine, auch weil die Abendsonne sich gegen die grauen Wolken langsam durchsetzte und einen ungezwungenen Hörgenuss noch mit wärmenden Feierabendstrahlen verbessern wollte.

 

Fünf Akteure traten in zwei Vorrunden gegeneinander an, mit eigenen Texten vor einem Publikum, was sich neben mit von den Sommerkapriolen nicht schrecken lies. Picknickdecken bestimmten das Bild und selbstgemachte Speisen wurden aus den verschiedenen Dosen hervorgekramt um diesen Abend am Samstag zu einem Genuss und unvergesslich zu machen. Immer ein Lyriker aus der Vorrunde kam in Finale, die Entscheidung oblag den Zuschauern und Zuhörern, die ihren Favoriten mit donnerndem Applaus ins das Finale befördern konnten. Kein Text länger als sechs Minuten und alles Texte aus der eigenen Feder der Vortragenden. Zwei Berliner, waren dabei sowohl männlich und auch weibliche und das nicht nur der Quote wegen.

Mein Hoffnung, dass diese Veranstaltung mit dem Motto „unter freiem Himmel“ des Emscher Landschaftspark, nicht nur einmalig bleibt, sondern jedes Jahr wiederholt wird. Es hat einfach zu viel Spaß gemacht den Poeten bei ihren fantastisch vorgetragenen Texten unbekümmert zu lauschen und dabei dann doch noch eine halbwegs laue Sommernacht zu genießen.

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