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27. Zechenfest

Als wenn es einen Pakt mit dem Wettergott gibt, oder mit Petrus, das Zechenfest auf Zollverein, immer am letzten Septemberwochenende glänzt mit gutem Wetter. Trocken und sonnig, wie es zu solchen Veranstaltungen sein soll. Dazu dann fünf Bühnen rund um den Ehrenhof verteilt mit Aufführungen der unterschiedlichsten Art. Gekühlte Getränke an den zahlreichen Buden und leckere Snacks, runden das Angebot ab, dazu noch eine außergewöhnlich große Kuchentafel eine Schonnebecker Konditorei mit frischem Kaffee verführen zur Kalorienaufnahme.

Für mich ist es immer der Termin, der den Sommer verabschiedet und mich ungewollt, aber langsam auf den Herbst vorbereitet. Zechenfest Einde September und es heißt definitiv Abschied zu nehmen von den warmen Monaten, daran zu denken, die etwas dickeren Jacken wieder hervorzukramen und die Tücher für den Hals zu entstauben und griffbereit aufzuhängen. Für Wollmützen, Wollschals, Handschuhe und das Schuhwerk mit den derben und dicken Sohlen hat es zwar noch etwas Zeit, aber nicht mehr soviel. Die Discounter haben gemäß den Vorgaben der Geschäftsleitung schon seit Tagen oder Wochen die Lebkuchen mit Schokoladenüberzug auf die Aktionsflächen geräumt. Aber erst nach dem Fest auf dem Weltkulturerbe freunde ich mich mit diesen Verlockungen an, denn für mich ist einfach noch Sommer. Mit T-Shirt oder einem Hemd mit hochgekrempelten Armen die letzten Strahlen auf meine Haut der Oberarme zu lassen um das Einsetzen der Winterblässe soweit wie möglich heraus zu schieben.

Programm gab es auch wieder reichlich, Schlager dominierten die musikalischen Darbietungen, und wie jedes Jahr gab es das Bergmannsorchester das traditionell den Sonntag mit dem Steigerlied eröffnet. Poetry Slam war auch zwischen der Musik im Programm und die Aufführung des Films „Essen ist anders 2.0“, eine anderthalbstündiger Werbefilm für die Ruhrpottmetropole, Heimatstadt der einst größten Zeche des Kontinents.

Die letzten Sonnenstrahlen des Sommers genießen und in einem stillen Moment, den Sommer vor den geschlossenen Augen vorbei ziehen zu lassen, wie es war mit den Unwettern am Anfang, den zurückhaltenden Temperaturen, die gar nicht so sommerlich waren am Anfang, gepaart mit der Schwüle und den langweiligen Spielen der Europameisterschaft der Kicker, oder das bei der einheimischen Bevölkerung durchgefallenen Großveranstaltung im Sport, der Olympiade. Die Lust Ausflüge in eine der 53 Städte zu machen, aber immer mit der Angst in Starkregen zu kommen. Aber letztendlich schaffte es der August, natürlich zu Schulbeginn, die Freibäder zu füllen, bis weit in den September hinein. Wenigstens war der Sommer dann doch nicht so schlecht, das die Löcher in den Kassen der Kommunen noch größer wurden, durch die schwach besuchten Bäder.

Jetzt ist Herbst, einige Blätter können es nicht erwarten und wirbeln schon durch die Lüfte und einige Bäume wollen sich schon von Blattwerk trennen, das an heißen Tagen für kostbaren Schatten gesorgt hat und jeden froh machte, sich kurz darunter zu stellen. Aber jetzt geht es hier noch einmal um den Sommer, das Zechenfest auf Zollverein.

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