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Hoher Ofen

Mit einem Weltkulturerbe fast direkt vor der Tür, ist es manchmal nicht leicht, sich aufzuraffen und in anderen Städten nach den Highlights zu suchen und sie auch noch aufzusuchen! Es kostet mich in diesem Jahr viel Überwindung, mir die entsprechenden Zugverbindungen herauszufinden und dann zur notwendigen Zeit frisch geduscht und mit der Kamera und den nötigen Objektiven pünktlich am Bahnsteig zu stehen und auf die unpünktlichen Straßenbahnen des örtlichen Verkehrsbetriebes zu warten. Aber manchmal ist das Wetter zu gut, das Blau des Himmels verspricht fantastische Bilder und die Aussicht, einmal wieder im Straßencafé einer anderen Stadt zu sitzen und das hektisch vorbeiziehende Leben zu beobachten, lässt mich meine Lethargie dann doch überwinden.

 

Ein Fixpunkt bei mir ist ja der Oberhausener Bahnhof, dort auszusteigen, kurz eine Inspektion der Tunnelanlage und der Bahnhofshalle zu machen um dann die Schuhsohlen glühen zu lassen um mit schnellen Schritten Richtung Landschaftspark Duisburg Nord zu schreiten.

 

Ein kleiner Stopp auf der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal ist auch obligatorisch um dabei an eine Sache zu denken, die ich gerne noch einmal machen möchte in meinem Leben, aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema. Heute geht es um den LaPaDu, wie der Park im Norden der Rhein-Ruhr-Metropole auch liebevoll im Volksmund genannt wird. Der Weg über Oberhausen hat den Vorteil, dass es ganz langsam losgeht, mit den industriellen Hinterlassenschaften, jeder wird quasi daran gewöhnt, bevor er vor der gewaltigen Ofenkulisse steht. Die Periphere ist schon fast eingewachsen in die vielen Pflanzen, ähnlich wie auf der Zeche hier in Essen. Aber die ca. 100 m hohen Öfen trotzen der Natur und ragen teilweise rostig und trotzig in den blauen Himmel. Mutige nehmen den Aufstieg über die schmalen Treppen zu den angebrachten Aussichtsplattformen in Kauf und arbeiten sich nach oben. Mein Mut ist da nicht so ausgeprägt, obwohl ich jedes Mal wenn ich dort bin, einen neuen Versuch unternehme, es diesen Leuten nachzumachen und auch einmal den Blick hin zum Rhein zu genießen. Aber bislang habe ich es nur auf knapp die Hälfte geschafft und vom Rhein habe ich dabei auch nichts gesehen. Vielleicht ist nur einfach die Aussicht zu schlecht, wenn ich dort bin, oder ich muss wirklich mal all meinen Mut zusammenraufen um in der Ferne den deutschesten aller Flüsse zu sehen, wie er sich breit und gemächlich Richtung Holland bewegt.

 

Mittlerweile hat sich auch international herumgesprochen, dass die Anlage zur Stahlherstellung auch als gute Kulisse für Fotoshootings herhalten kann. So konnte ich an diesem Tag zwei unterschiedliche Teams beobachten, die ihre Protagonisten verkaufsgerecht ins richtige Licht rücken wollten und Industriekultur mit modernen Waren oder Personen verbinden wollten.

Überhaupt bin ich wirklich zu wenig in Duisburg. Da gibt es ja noch den Innenhafen, den ich ja bei Nacht, oder zumindest im Dunkeln auch noch nicht gesehen habe. Ganz zu schweigen von der Landmarke „Tiger & Turtle“, die musste bislang völlig auf meine Anwesenheit verzichten, was natürlich auf Dauer nicht vertretbar ist.

Die Fahrtkosten dieses Artikels wurden durch die Erstattungen des Pünktlichkeitsversprechen der EVAG bezahlt.

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