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Er ist weg

nebel
Er war früh am Morgen einfach weg

Normal sehe ich ihn ja jeden Morgen, wenn ich noch schlaftrunken, gemächlichen Schrittes zur Straßenbahnhaltestelle gehe. Aber vor einiger Zeit war er einfach weg, das rief in mir eine gewisse Panik hervor. Sofort war ich hellwach und überlegte was zu tun war. Entschlossen war, als erstes musste das zuständige Ministerium informiert werden. Kaum im Büro, ergriff ich auch schon den Hörer wählte die 0211 und die entsprechende Durchwahl und konnte den Innenminister über meine besorgniserregende Entdeckung der Morgenstunden aus erster Hand Informieren. Folgende Antwort wurde mir fernmündlich übermittelt.

Er (also Innenminister Jäger) wäre nicht schuld an der Misere und würde auch alles Schuld von sich weisen. Aber grundsätzlich bestehe da jetzt ein Problem, welches gelöst werden müsse, aber er kann das nicht allein tun und erwägt eine Kommission einzusetzen, die sich mit dem Missstand befassen würde, was aber dauern könnte, weil erst noch die Kommission zum Unglück auf der Love Parade in Duisburg zu einem Ergebnis kommen müsste und die Ereignisse auf der Kölner Domplatte zum letzten Jahreswechsel auch noch nicht vollständig aufgearbeitet wurde. Auch befasst sich eine weiter Arbeitsgruppe mit der Frage, ob der landesweite Blitzmarathon ausgedehnt werden muss um die Einnahmen der Kommunen zu erhöhen. Aber die Hoffnung sollte ich nicht aufgeben, wenn es in der kommenden Legislaturperiode nichts wird mit der Aufklärung über den Verbleib des Doppelbocks, dann doch sicherlich in der darauffolgenden. Er sei nun mal nicht schuld, an diesen Verhältnissen und das sein Ministerium so knapp mit Personal ist, dafür könne er ebenfalls nichts.

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… auch vom Saana Gebäude ist an diesem Morgen nicht zu sehen

Da, so schoss es mir durch den Kopf, kann nur der Koalitionspartner helfen, also ließ ich mich zu Frau Löhrmann durchstellen.

Es ist bedauerlich, aber wie sie schon seit Jahren darauf hingewiesen hat, sind solche Probleme nur durch die schon von ihr vorgeschlagene Schulreform zu lösen. Zwar wäre das Fördergerüst dann immer noch nicht da, aber Schüler aller Altersklassen könnten ja solange den enttäuschten Touristen das abhandengekommene Wahrzeichen der Stadt Essen, ja der ganzen Metropolregion Ruhrgebiet, so ausführlich in eigenen Worten beschreiben, dass es die Fantasie jeden einzelnen Besuchers anregt und die Vorstellungskraft auch bei Erwachsenen so gefördert wäre.

Eine Aussage, die mich zu tiefst beunruhigte. Ich musste die Opposition über das Versagen der Landesregierung, in diesem wichtigen Fall informieren. Nur ein informelles Gespräch mit Laschet sollte jetzt die notwendige Aufklärung bringen.

Er muss sich da in diesem Fall voll und ganz auf die Kanzlerin verlassen, so seine Worte. Nur Angela Merkel wüsste jetzt mit großer Sicherheit was zu tun sei, und dieses sei dann alternativlos. Das die amtierende Landesregierung sowieso unfähig sei, auch nur kleinste Probleme zu lösen, wäre ihm schon seit Jahren klar und er hofft, das es auch endlich der Wähler begreift und nicht vergisst, bis zu nächsten Landtagswahl.

Mir schien es, das ich in Düsseldorf, der Landeshauptstadt nicht weiter kommen würde. Ich brauchte die Unterstützung eines aufstrebenden, örtlichen Politikers und googelte die Nummer von Herrn Reil, der jüngst den Sozialdemokraten den Rücken kehrte und sich als Direktkandidat für eine, den Namen der Partei darf man ja nicht so laut sagen, im Essener Norden aufstellen lässt und realistische Chancen hat, direkt in den Landtag einzuziehen. Außerdem arbeitet er noch auf einer Zeche, wenn auch in der Nachbarstadt und weiß bestimmt was jetzt zu tun ist, wenn die Förderanlage fehlt.

Das es wieder gegen die Kumpels und ihre ehrliche Arbeit geht, sei schlichtweg eine große Sauerei, so übermittelte er mir. Das ist bestimmt das Werk von nicht integrierten Mitbürgern mit Migrationshintergrund, wolle aber nur wieder keiner einsehen. Und im Netto Markt nebenan steht Wachpersonal am Eingang, aber ein Weltkulturerbe wird über längere Zeit unbewacht gelassen. So etwas ginge natürlich nicht!

Mir wurde klar, auf Kommunaler- und Landesebene würde ich mit meinem Problem nicht weiterkommen, ich muss es größer aufhängen, erfolgversprechend erschien mir, die Regierungsparteien im fernen Berlin zu informieren, damit jemand mal das Problem ernst nimmt, und in diesem, langsam dringlichen Fall endlich die nötigen Schritte einleitet. Also Innenministerium.

Das gehe natürlich nicht, das so was großes einfach verschwindet. Mann müsse sofort darauf reagieren, die Überwachung und vor allem die Vorratsdatenspeicherung weiter ausweiten. Es kann ja nicht sein, dass jemand Unmengen von gebrauchtem Stahl über das Internet oder das Telefon zum Verkauf anbietet und niemand in diesem Land würde es mitbekommen. Er werde es höchstpersönlich auf die Dringlichkeitsliste in der nächsten Kabinettssitzung setzen lassen. Weiterhin sollte ich mich mal mit dem Verteidigungsministerium in Verbindung setzten, das sei ja ein Fall von nationaler Sicherheit, ein Angriff auf deutsches Kulturgut sozusagen, da sei es nur billig, auch den fachlichen Rat von kompetenten Ministerkollegen einzuholen.

Nach zweimaligem Klingeln hob die Verteidigungsministerin schon ab und begrüßte mich zackig. Ihr Kollege hätte Sie schon kurz informiert, worum es ginge.

Es könnten sofort entsprechende Einheiten der Bundeswehr abgestellt werden. Sowohl zu sofortigen Wiederaufbau als auch zur anschließenden Überwachung nicht nur des Förderturms, sondern zur gesamten Anlage und nein ich solle mir keine Gedanken machen, wenn jetzt entsprechende Einheiten der Bundeswehr im Inland eingesetzt werden.

Beruhigt hat mich diese Aussage nicht. Aber durch eine Fehlverbindung bin ich dann noch nach mehreren Stunden beim deutschen Wetterdienst gelandet, bei einer Frau Kleinert, sie sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, erst einmal in Ruhe frühstücken gehen und wenn ich dann ab Mittags wieder zu Hause bin, dann hätte sich das Problem von selbst erledigt und ich wieder meinen gewohnten Ausblick. Alternativ könne ich ja mit der EVAG die Heimreise antreten, sie hätte gehört, der Verkehrsbetrieb sei nicht so der pünktlichste und wenn die endlich ankommen, ist auch wieder alles in Ordnung.

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