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Metallisch

Zollverein ist schon seit einigen Monaten eine riesige Baustelle. Es wird an allen Ecken gebohrt, gehämmert, geschraubt abgerissen und aufgebaut. Die neue Hauptverwaltung der RAG nimmt langsam Gestalt an, der Treppenaufgang zum Dachgarten, oder sollte ich green Rooftop sagen, denn Begriffe in Englisch zu gebrauchen ist ja schon seit einigen Jahren „in“. Die Sanierung der Kokereischornsteine ist fast abgeschlossen und die Grand Hall hat auch die Entkernungsphase hinter sich und die Innenarbeiten haben begonnen. Der kleine Park auf der RAG Verwaltung wird spätestens übernächsten Sommer weitere Gäste auf das Areal des Weltkulturerbes locken, zu diesem Zeitpunkt sollten auch die ersten Veranstaltungen in der neuen, großen Veranstaltungshalle vis á vie den Koksbatterien stattfinden können. Die Bautätigkeiten am großen Stellwerk haben ebenfalls begonnen, Die Größe des Neubaus ist ebenfalls erkennbar und die Sanierung der Etagen im alten Teil des Gebäudes lassen auf Einhaltung der geplanten Bauzeit hoffen. Spannendes Zollverein also.

 

Auch am Wagenumlauf sind die ersten Planen gefallen und neue Elemente werden langsam etwas sichtbarer. Bis der Grundstein für das neu geplante Hotel gelegt wird, dauert es sicherlich noch etwas, aber ich bin da sehr optimistisch, das die ersten Gäste sich früher in den Betten räkeln werden, als das ein Zug in den neuen Hauptbahnhof in Stuttgart einfährt oder sich Schlangen vor den Check Inns am schon lange in der Bauphase befindlichen Hauptstadtflughafen im fernen Berlin bilden werden.

Was schon gut erkennbar ist, und gerade im Licht der Wintersonne erhaben daherkommt, sich neu und futuristisch präsentiert, ist die neue Ausbildungsstätte für ungefähr 500 Studenten. Ein weiterer Teil der Universität Folkwang. Die Fassaden wurden mit viel Glas und, das ist sicherlich eine Hommage an die Region, metallisch gestaltet. Da in der heutigen Zeit so gebaut wird, das der Erhaltungsaufwand nach der Fertigstellung möglichst gering ist, wurden die äußeren Metallplatten verzinkt. Die Legierung soll ja witterungsunempfindlicher sein und hat für Fotografen den guten Nebeneffekt, bei günstiger Sonneneinstrahlung unterschiedliche Aussehen zu produzieren. Ganz nebenbei strahlt das Gebäude so eine kühle Eleganz aus, die für mich etwas den Charme der Unnahbarkeit vermittelt. Insgesamt finde ich die Fassadengestaltung sehr gelungen, besonders im Kontrast zu den roten Klinkern des Schachtes XII und den etwas helleren Rot des Schachtanlage 1/2/8 mit seinen Backsteinen und den Rostrot des Wagenumlaufs oder der Fördergerüste. Die Eröffnung ist für das Übernächste Semester geplant, also im Herbst 2017. Bleibt für mich als Fotobegeisterter zu hoffen, das es ein Wochenende der offenen Tür gibt, oder zumindest einen Tag, an dem sich Bauwerksinteressierte vom Innenleben des futuristisch daherkommenden Komplexes ein Bild machen können.

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